Internationale Wildwasserwoche auf Dunajec und Poprad

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Hindernisse, im "Bruderland" zu paddeln

Die Teilnahme an der Internationalen Dunanec-Fahrt im polnischen Vorland der Hohen Tatra war für mich das aufregendste Ereignis eines jungen Faltbootfahrers mit DDR-Reisehorizont. Dabei war es nie einfach, sich an der Fahrt zu beteiligen. Entweder musste ich in den Siebziger Jahren zur Schule oder in den Achtzigern waren die Grenzen von der DDR nach Polen dicht.

Aber Sportfreunde, die zu Zeiten einer gewissen Freizügigkeit am sportlichen Austausch unter deutschen und polnischen Kanuten teilhaben konnten, nährten mit ihren packenden Berichten und Fotos mein Verlangen nach zeitweiliger geografischer Veränderung.

Da die Vermeidung von Unterricht gegenüber einem unerlaubten Grenzübertritt in das "Bruderland" das kleinere, und somit kaum sanktionierte Vergehen war, entschied ich 1980, die mit Anwesenheitspflicht garnierten Vorbereitungen auf das Abitur kurzerhand an das Ufer des Dunajec zu verlegen.

Am Sonnabendmittag, gleich nach der Schule, stand mein Entschluss fest, Greifswald am Montag nach dem Unterricht zu verlassen. Hatte ich am Wochenende Zeit, den Faltboot-Einer klar zu machen, mussten am Montag - teils in den Schulpausen - alle sonstigen, im DDR-Leben nicht alltäglichen Besorgungen erledigt werden: Geldumtausch, Fahrkartenkauf usw. Und natürlich war es wichtig, sich nicht von Lehrern oder neugierigen Mitschülern erwischen zu lassen.

Lang und einsam war die Zugfahrt über Berlin und Krakau nach Zakopane. Aber als ich am Vorabend der "39. Internationalen Kajakfahrt auf dem Dunajec 1980" voll Freude über den Platz mit Zelten von über tausend Kanuten aus Ost und West streifte, bemerkte ich, wie es mich warm durchströmte...

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